Startseite » Praktikum im Ausland: Erfahrungsbericht einer Studierenden
Praktikum im Ausland: Erfahrungsbericht einer Studierenden
-
jobmensa Redaktion
- Study
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Kurzgesagt:
Im Interview mit Jobmensa schildert Maria W. ihre Erfahrungen während eines dreimonatigen Auslandspraktikums in Brasilien. Über die Organisation AIESEC fand sie innerhalb kürzester Zeit eine Stelle im Bereich Marketing bei einer NGO in Volta Redonda, die sich um die Versorgung von Kleinkindern kümmert. Maria lebte bei einer Gastfamilie, was ihr tiefe Einblicke in den brasilianischen Alltag ermöglichte. Trotz anfänglicher Sprachbarrieren und der Konfrontation mit Armut und Sicherheitsrisiken zieht sie ein positives Fazit. Besonders die herzliche Mentalität der Menschen und die beeindruckende Natur im Pantanal prägten ihren Aufenthalt und stärkten ihre Wertschätzung für soziale Sicherungssysteme.
- Unkomplizierte Organisation: Dank globaler Studierendennetzwerke wie AIESEC lässt sich ein Auslandspraktikum in Brasilien oft schneller und einfacher finden als erwartet.
- Kulturelles und soziales Lernen: Das Praktikum schärfte Marias Bewusstsein für soziale Ungleichheit und die Vorzüge des deutschen Sozialsystems, während sie gleichzeitig die brasilianische Gastfreundschaft schätzen lernte.
- Sprache als Schlüssel und Hürde: Portugiesischkenntnisse sind im Arbeitsalltag unerlässlich; auch wenn die Kommunikation zu Beginn schwerfällt, bietet das Eintauchen in die Landessprache den größten Lernfortschritt.
Samba, Zuckerhut und unbeschwerte Lebensfreude – Brasilien ist für viele das Inbegriff eines Sehnsuchtsziels. Doch wer den Schritt wagt, das Land nicht nur als Tourist zu bereisen, sondern dort im Rahmen eines Praktikums zu arbeiten, blickt hinter die glänzende Fassade der Postkartenmotive. Maria W., Studentin der Politikwissenschaften, hat genau diesen Weg gewählt. Drei Monate lang tauschte sie den deutschen Uni-Alltag gegen die Arbeit in einer brasilianischen NGO ein. Ihr Bericht ist eine spannende Reise zwischen kultureller Faszination, sprachlichen Hürden und der Konfrontation mit tiefgreifenden sozialen Unterschieden.
Marias Auslandspraktikum in Brasilien
Samba, Karneval und Fußball – Das kommt den meisten Deutschen zuerst in den Sinn, wenn sie an Brasilien denken. Doch das südamerikanische Land hat einiges mehr zu bieten, jenseits von den gängigen Klischees und Vorurteilen. Die deutsche Studentin Maria W. war für ein Auslandspraktikum drei Monate in Brasilien unterwegs. Jobmensa hat sie einen persönlichen Einblick in ihre Erlebnisse gegeben, die nicht nur positiv waren.
Jobmensa: Warum bist du für ein Praktikum ins Ausland gegangen?
Maria: Ich habe mich für ein Praktikum im Ausland entschieden, da ich noch nie längerfristig im Ausland war und ich dachte, dass es nun einfach an der Zeit sei, meinen Horizont auch dahingehend zu erweitern. Natürlich wollte ich auch eine andere Kultur tiefgründiger kennen lernen und mir ein eigenes Bild über das Land und die Leute machen.
Jobmensa: Und warum hast du dich dann ausgerechnet für Brasilien entschieden?
Maria: Als ich mich für das Praktikum in Brasilien entschied, hatte ich bereits angefangen Portugiesisch zu lernen. Ich wollte also auch meine Sprachkenntnisse verbessern. In erster Linie ging es mir aber darum, dass ich noch nie in Südamerika war und ich schon seit Jugendjahren von der brasilianischen Lebensweise fasziniert war. Das liegt wohl auch daran, dass ich mit Brasilien Musik und Tanz verbinde und ich selbst lange Zeit getanzt habe. Durch mein zweites Hauptfach, Politikwissenschaften, habe ich außerdem ein großes Interesse an zivilgesellschaftlicher Arbeit und ich dachte, dass es in Brasilien viele Organisationen in diesem Bereich gibt, die auch immer auf Hilfe angewiesen sind.
Jobmensa: Wie schwer war es denn für dich, ein ansprechendes Praktikum im Ausland zu finden?
Maria: Meine Suche gestaltete sich recht unkompliziert. Über die Studierendenorganisation AIESEC habe ich innerhalb von wenigen Wochen ein Praktikum gefunden. Dafür musste ich lediglich ein Vorab-Gespräch mit meinem Ansprechpartner in Deutschland führen. Danach konnte ich meinen Lebenslauf auf der AIESEC-Webseite hochstellen und mit der Suche beginnen. In den ersten Tagen schrieb ich vielleicht fünf Bewerbungen und innerhalb einer Woche hatte ich eine Zusage.
Jobmensa: Das ging aber wirklich schnell bei dir. Wo genau hast du denn dein Auslandspraktikum absolviert?
Maria: Ich war bei einer Nichtregierungsorganisation in Volta Redonda angestellt. Die Stadt befindet sich im Bundesstaat Rio, an der Ostküste Brasiliens. Die NGO, bei der ich gearbeitet habe, kümmert sich um die Versorgung von Kleinkindern und stellt einen Kindergarten für Ein- bis Sechsjährige. Ich war für den Bereich Marketing zuständig und habe mich darum bemüht, die Organisation bekannter zu machen. Dafür veranstalteten wir einige Events wie ein Sommerfest, gestalteten Flyer und erstellten eine Webseite. Auch der Facebook-Auftritt wurde von mir gepflegt.
Jobmensa: Sehr spannend. In welcher Sprache habt ihr denn miteinander kommuniziert?
Maria: Alle Mitarbeiter haben ausschließlich Portugiesisch gesprochen. Da meine Kenntnisse darin aber noch nicht so gut waren, war die Kommunikation nicht immer so leicht. Einer Mitarbeiterin konnte ich sogar helfen, ihr Englischwissen aufzufrischen. Mit der Zeit wurde mein Portugiesisch aber auch besser und ich konnte mein Gegenüber, auch wenn es schnell sprach, gut verstehen. Meine Antworten beschränkten sich aber trotzdem noch auf kleinere Sätze und einzelne Wörter.
Jobmensa: Wo hast du eigentlich gewohnt?
Maria: Ich habe bei einer Gastfamilie gewohnt. Die jüngste Tochter hat sich für AIESEC in Volta Redonda engagiert und konnte ihre Mutter überreden, einen Gast aufzunehmen. Die Familie war für brasilianische Verhältnisse vergleichsweise wohlhabend und stellte mir ein eigenes Zimmer zur Verfügung. Außerdem konnte ich kostenlos bei ihnen wohnen und essen.
Jobmensa: Dann gab es wohl keine Probleme mit den Finanzen.
Maria: Den hin- und Rückflug habe ich selbst bezahlt. Und auch für Ausflüge, Reisen und andere Dinge zwischendurch musste ich selbst aufkommen. Da ich in Deutschland etwas Geld angespart hatte, war die Finanzierung kein Problem.
Darum lohnt sich jobmensa für dich
Nebenjobs finden in wenigen Minuten
1 Mio User jährlich
35.000+ Bewerbungen im Jahr
130.000+ Vermittlungen
Jobmensa: Also hast du ein unentgeltliches Praktikum absolviert?
Maria: Ja, ich habe für mein Praktikum keinen Lohn erhalten. Dadurch konnte ich auch ohne Visum nach Brasilien einreisen. Offiziell bin ich mit Touristenstatus eingereist, um Freiwilligenarbeit zu verrichten. Bei einem längeren Aufenthalt von drei Monaten hätte ich aber ein Visum benötigt.
Jobmensa: Welche unvergesslichen Momente konntest du während deines Auslandspraktikums gesammelt?
Maria: Mein Praktikum hat mir einen tiefen Einblick in die brasilianische Gesellschaft ermöglicht und gezeigt, wie gut ein Sozialsystem wie in Deutschland eigentlich ist. Für mich persönlich habe ich relativ viel mitgenommen. Unvergesslich waren aber viele Dinge, die mir außerhalb meiner Praktikumsstelle passiert sind. Bei einer Reise ins Pantanal beispielweise konnte ich einmal komplett abschalten und einfach nur die Natur genießen. So etwas kenne ich von Zuhause einfach nicht, denn alles ist irgendwie immer stressig. Doch dort hat die Zeit keine Rolle gespielt und jeder war einfach wahnsinnig nett zueinander.
Jobmensa: Das klingt ja alles so positiv. Gab es denn bis auf die anfänglichen Sprachprobleme noch andere Schwierigkeiten?
Maria: Natürlich stellte die alltägliche Kommunikation auch hin und wieder ein Problem dar. Zwar sind die Mimiken und Gestiken ähnlich denen in Deutschland, doch es gibt einige entscheidende Unterschiede. Auch die Menschen gehen etwas offensiver aufeinander zu und fragen ständig, woher du kommst. Das kann auf Dauer schon sehr anstrengend sein. Mir ist außerdem aufgefallen, dass ich nur schwer damit klarkomme, andere Menschen auf der Straße leben zu sehen. Ebenso wurde mir immer gesagt, dass ich aufpassen soll, wann ich wohin gehe, da die Kriminalität sehr hoch ist. Kontakt habe ich damit zum Glück nicht gehabt.
Jobmensa: Würdest du denn noch einmal nach Brasilien zurückkehren?
Maria: Definitiv ja, denn ich möchte meine Portugiesisch-Kenntnisse weiter verbessern und einmal den brasilianischen Karneval live erleben.
Jobmensa: Danke für das Interview, Maria.
Maria: Ich danke auch.
Finde jetzt den passenden Job:
Fazit
Marias Erfahrungsbericht verdeutlicht, dass ein Auslandspraktikum weit mehr ist als eine bloße Zeile im Lebenslauf. Es ist eine intensive Lektion in Anpassungsfähigkeit und interkultureller Kompetenz. Während die fachliche Arbeit in der NGO ihr berufliches Profil schärfte, waren es vor allem die menschlichen Begegnungen und der Kontrast zum gewohnten deutschen Standard, die ihre Persönlichkeit prägten. Ihr Fazit macht Mut: Trotz Sicherheitsbedenken und Sprachbarrieren überwiegt die Bereicherung durch neue Perspektiven. Brasilien bleibt für sie kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein Land, zu dem sie – bereichert um Sprachkenntnisse und Reife – definitiv zurückkehren möchte.
1. Wie hat Maria ihre Praktikumsstelle in Brasilien gefunden?
Eine gute Universität bietet ein breites Fächerspektrum, betreibt Forschung und vergibt akademische Grade. Beispiel: Die Università di Bologna führte das Modell von Fakultäten und akademischen Graden ein, das weltweit adaptiert wurde.
2. Benötigt man für ein Praktikum in Brasilien zwingend ein Visum?
Eine gute Universität bietet ein breites Fächerspektrum, betreibt Forschung und vergibt akademische Grade. Beispiel: Die Università di Bologna führte das Modell von Fakultäten und akademischen Graden ein, das weltweit adaptiert wurde.
3. Wie war Maria während ihrer Zeit vor Ort untergebracht?
Eine gute Universität bietet ein breites Fächerspektrum, betreibt Forschung und vergibt akademische Grade. Beispiel: Die Università di Bologna führte das Modell von Fakultäten und akademischen Graden ein, das weltweit adaptiert wurde.
4. Welche Aufgaben übernahm sie in der NGO?
Als Praktikantin im Bereich Marketing war sie für die Bekanntheitssteigerung der Organisation zuständig. Sie organisierte Events, gestaltete Flyer, erstellte eine Webseite und pflegte den Facebook-Auftritt.
5. Mit welchen Herausforderungen wurde sie konfrontiert?
Neben der Sprachbarriere (Portugiesisch) empfand sie die hohe Kriminalität und die sichtbare Armut auf den Straßen als belastend. Zudem war die ständige Neugier der Einheimischen gegenüber Fremden teils anstrengend.
jobmensa Redaktion
jobmensa Redaktion
Beitrag teilen
