Studieren an einer privaten Hochschule: Vor- und Nachteile

Inhaltsverzeichnis

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Kurzgesagt:

Der Artikel vergleicht das Studium an privaten Hochschulen mit dem an staatlichen Institutionen. Private Hochschulen punkten vor allem durch individuelle Auswahlverfahren (statt reinem NC), kleine Lerngruppen, eine moderne Ausstattung und eine extrem hohe Erfolgsquote – etwa 90 % der Studierenden schließen in Regelstudienzeit ab. Ein starker Fokus liegt auf der Wirtschaftsnähe und berufsbegleitenden Modellen. Dem gegenüber stehen jedoch die hohen monatlichen Gebühren (durchschnittlich 520 €), ein oft „verschulter“ Lehrplan mit wenig Freiraum für Individualisten sowie ein fachlich eingeschränktes Angebot, das primär auf gewinnbringende Bereiche wie Wirtschaft und Gesundheit fokussiert ist.

Alles Wissenswerte über private Hochschulen

Studieren an einer privaten Hochschule wird unter deutschen Studenten immer beliebter. Die Abschlüsse sind denen einer staatlichen Universität oder Hochschule gleichgestellt. Allerdings gibt es neben den anfallenden Studiengebühren auch noch andere Unterschiede zwischen den beiden Hochschulformen.

Zulassung und Bewerbung

Anders als in vielen NC-beschränkten Studiengängen an staatlichen Hochschulen sind für die Zulassung an einer privaten Hochschule noch andere Kriterien entscheidend. Bewerber müssen einen umfangreichen Bewerbungsprozess durchlaufen, der aus einem oder mehreren der folgenden Verfahren besteht:

  • Assessment-Center

  • Gespräche mit Psychologen

  • Eignungstests

  • Auswahlgespräche

Die Vorteile eines Studiums an einer privaten Hochschule

  • Schon seit Jahren werden staatliche Hochschulen für das Auswahlverfahren nach NC kritisiert, weil einzig der Zeugnisdurchschnitt eine geringe Aussagekraft über die Fähigkeiten eines Bewerbers enthält. Private Hochschulen geben auch Bewerbern, die an einer staatlichen Hochschule kaum einen Platz bekommen hätten, die Chance auf einen akademischen Abschluss.

  • Zudem profitieren Studenten an einer privaten Hochschule von dem engen Kontakt zwischen ihrer Hochschule und der Wirtschaft. Neben Patenprogrammen, die Studenten einen erfahrenen Berufstätigen als Ratgeber zur Seite stellen, können auch Kontakte zu späteren Arbeitgebern geknüpft werden. Auch bei der Erstellung der Studienverlaufspläne hören private Hochschulen auf den Rat von Fachleuten. Diese wissen genau, was auf dem Arbeitsmarkt gefragt ist und fungieren manchmal sogar als Dozenten an den privaten Hochschulen. Ein hoher Praxisbezug wird so gewährleistet, was vor allem für Absolventen der Wirtschaftswissenschaften ein gutes Karrieresprungbrett darstellt.

  • Statt überfüllter Hörsäle kennen Studenten einer privaten Hochschule fast ausschließlich kleine Lerngruppen und Seminare. Auch die durch Studiengebühren finanzierte moderne Ausstattung der Gebäude und Studieneinrichtungen spricht für sich: An einer staatlichen Universität wäre das kaum möglich.

  • 90% der Studenten einer privaten Hochschule schaffen ihren Abschluss in Regelstudienzeit, die Abbruchquote liegt bei gerade einmal 8-9% (zum Vergleich: an einer staatlichen Hochschule bricht durchschnittlich jeder Dritte sein Bachelorstudium ab). Diese positiven Ergebnisse werden vor allem durch einen sehr straff organisierten Stundenplan realisiert.

  • Private Hochschulen versuchen ihr Studienangebot immer besser an die Anforderungen der Studenten anzupassen. Daher gibt es zahlreiche berufsbegleitende Studienangebote, die an staatlichen Hochschulen immer noch Mangelware sind.

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Nachteile der privaten Hochschulen

  • Ähnlich wie an Fachhochschulen ist das Studienangebot an den meisten privaten Hochschulen im Vergleich zu großen staatlichen Universitäten beschränkt. Vor allem die Bereiche Technik, Wirtschaft, Naturwissenschaften und Gesundheit sind viel stärker vertreten als zum Beispiel die Geisteswissenschaften.

  • Aufgrund des straffen Stundenplans ist ein Studium an einer privaten Hochschule sehr verschult. Viel Zeit für individuelle Planung oder Freizeit bleibt da kaum. Für Individualisten ist ein Studium an einer privaten Hochschule somit unter Umständen sehr schwierig.

  • Der wohl größte Nachteil einer privaten Hochschule sind die sehr hohen Kosten, die sich im Monat auf rund 520 Euro allein für die Studiengebühren belaufen. Hinzukommen kommen für den Durchschnittsstudenten noch die hohen Lebenshaltungskosten, wenn der erste eigene Haushalt gegründet wird. Dieser enorme Kostenaufwand muss sehr genau vor dem Hintergrund der späteren Verdienstmöglichkeiten betrachtet werden. In längst nicht jedem Fall rentieren sich die hohen Gebühren.

Finanzierungsmöglichkeiten

Neben Bafög und Studienkrediten bieten viele private Hochschulen mittlerweile an, die Studiengebühren nachträglich zu zahlen. Sobald ein vorher festgesetztes Netto-Einkommen erreicht ist, können die Gebühren Schritt für Schritt abbezahlt werden.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass private Hochschulen weit mehr sind als eine bloße NC-Fluchtburg. Sie sind spezialisierte Dienstleister für eine effiziente, marktorientierte Ausbildung. Wer Wert auf Netzwerke, eine erstklassige Ausstattung und einen schnellen Berufseinstieg legt, findet hier optimale Bedingungen. Dennoch bleibt das Studium ein teures Investment, das eine sorgfältige Recherche über den Ruf des Instituts voraussetzt. Letztlich entscheidet der persönliche Lerntyp: Wer die Verschulung als Hilfe zur Selbstdisziplin begreift, wird an einer privaten Hochschule glänzen; wer die akademische Freiheit alter Prägung sucht, ist an einer staatlichen Universität vermutlich besser aufgehoben.

Nein. Sofern die Hochschule staatlich anerkannt und akkreditiert ist, sind die Abschlüsse (Bachelor/Master) rechtlich vollkommen gleichwertig und international anerkannt.

Neben klassischem BAföG und Studienkrediten bieten viele Private den „Umgekehrten Generationenvertrag“ an: Man studiert gebührenfrei und zahlt nach dem Berufseinstieg einen Prozentsatz des Gehalts zurück.

Das ist ein Mythos. Die Anforderungen sind meist hoch, aber die Rahmenbedingungen (Betreuung, Organisation) sind besser, was das Bestehen in der Regelzeit erleichtert.

Für „Freigeister“, die ihr Studium komplett selbst strukturieren wollen oder Fächer abseits von Wirtschaft, Technik und Gesundheit (z. B. Nischen-Geisteswissenschaften) suchen.

Achte auf die staatliche Anerkennung, Akkreditierungssiegel (z. B. FIBAA) und prüfe die Kooperationspartner aus der Wirtschaft sowie die Qualität der Alumni-Netzwerke.

Bild von jobmensa Redaktion

jobmensa Redaktion

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